Montag, 22. August 2016

Besinnliche und schwere Tage

Auch diese gibt es im Hause Pape.
Solche Tage sind bei uns immer
 der 20. und 25. August in jedem Jahr.
 Einige von Euch kennen den Grund dafür.




 Unser Sohn Lukas starb vor
 22 Jahren an einem
 Samstagmorgen am plötzlichen
 Kindstod.
Hatte ich Ihn in den frühen
 Morgenstunden nach einer
 kurzen Nacht in sein Bett gelegt,
 fand ihn mein Mann
 2 Stunden später leblos  auf 
dem Bauch liegend. Ich selbst war
 an diesem Morgen unterwegs und 
nutzte die Zeit um
 Geburtstagsgeschenke für
 unseren großen Sohn
 Pascal einzukaufen.

Fassungslosigkeit, Schmerz, Wut und 
unendliches Leid war damals die Antwort.

 Die Frage WARUM war Monate lang,
 bei mir sogar 2 Jahre lang das
 Thema. Was sollte das bedeuten?
 Das dein eigenes Kind, welches
 deine Zukunft sichert, vor
 dir gehen muss, nein sterben muss?

Es war einfach nicht zu begreifen. 
Da ich unseren Lukas nicht mehr
sehen konnte sondern nur noch den Sarg
 auf dem Friedhof verschlossen, blieb
 mir nur sein letztes Lächeln am 
Morgen nach dem Stillen, im Gedächtnis.

Am 25. August 1994 wurde mein Kleiner 
am Frühen Morgen beerdigt. 
Ich konnte mich nicht von ihm
 verabschieden, sondern musste 
fassungslos zusehen, wie 
mein Sonnenschein
für immer in dieses Grab ging. 
Ab diesem Tag war mein 
Leben für gut 2 Jahre nur bestehend
 aus Pflicht, Mühsal und Traurigkeit.

I



Mein Glaube, das es einen gerechten
 Gott geben würde, war komplett 
über Bord geworfen. So musste ich 
langsam wieder lernen das es ein 
Leben für meine Jungs, meinen
 Mann und mich geben würde. 


Ich versuchte in der Begleitung von 
betroffenen Eltern meine Trauer 
zu verarbeiten.
 Innerhalb kurzer Zeit fand ich
 wieder einen Weg mit mir 
und meiner Familie, eine neue Basis
im Vertrauen an das Leben zu finden.

Kurz nach der Geburt unseres
 Sohnes Melwin, verstand ich auch 
wieder das die Liebe Gottes etwas 
Gutes ist, das die Liebe meines
 Himmlischen Vaters anders
 aussieht, wie ich es mir
 in meinen Gedanken vorstellte.



Heute nach 22 Jahren fehlt mir 
an manchen Tagen Lukas so sehr,
 das ich mich zurück ziehe in meine
 kleine Welt und versuche mir
vorzustellen, wie er wohl aussehen 
würde. Was er nun als junger 
Mann tun würde und spüre aber
 auch immer wieder, das er nicht
 weit weg ist von mir, sondern in
meinem Herzen und in unserer Familie 

immer wieder lebt und nahe ist. 

 



Loslassen zu können, war ein langer
 und schwerer Weg aber das
 Bewusstsein zu haben 
das ich als Christin die an Jesus Christus
 fest hält in der Heimat Gottes Lukas
  einmal wieder sehen werde,
 stimmt mich immer wieder fröhlich. 

Durch diese Ereignisse die mich in eine
Welt eintauchen ließen die kein Mensch
 gerne erleben möchte, fiel es mir
 dann auch leichter meine Ausbildung
 zur Seelsorgerin durchzuführen. 

Menschen in ihren letzten Stunden
 zu begleiten, Angehörige zu unterstützen
 und für eine bestimmte Zeit zu 
begleiten kann ich auch immer wieder
 nur durch meine eigene Erfahrung
 mit Leid und Trauer leisten.


 

Seit heute Morgen steht nun diese
Kerze und das Bild mit neuem
Rahmen in unserem Esszimmer. 

Diese kreative Arbeit war für 
mich in den letzten 24 Stunden
 wieder einmal ein Stück Weg, 
der mir Bewusst macht, das Lukas 
 ein Teil meines Lebens ist.


 



Der Teil der in mir immer wieder 
Kraft, Freude und Bodenhaftigkeit 
hervorruft.  Der mich stützt
 und trägt um auch mit Euch 
die Ihr eure Erlebnisse
 in Leid, Krankheit und schwere
 Tage habt gemeinsam zu gehen. 

Heute durftet Ihr ein wenig
 in mein Herz schauen und ich hoffe
 Du spürst jetzt am Ende diese Beitrags
 keine große Traurigkeit sondern
 das Gefühl der 
Dankbarkeit wie ich sie habe.

Dankbar das ich viele liebe Menschen
 um mich habe, die mir immer wieder
 die gleiche Freude beim Zusammen
 sein schenken und es genießen
 mit mir Kreativ zu sein.

  All die in den vergangenen Wochen
 einen lieben Menschen verloren haben
wünsche ich Kraft und Mut den Weg 
weiter  voranzugehen.
Schaue nicht immer zurück
sondern gehe der Sonne und
dem Licht entgegen. 


Erinnerungen sind ein schönes 
Zuhause für Dich und deine Lieben.




Vielleicht hast Du schon gesehen
 mit welchem Stempelset ich hier
 gearbeitet habe. In dieser Woche 
werde ich Dir noch mehr Ideen
  mit dem Set Wald der Worte zeigen. 

Dir einen guten Montagabend 


Kommentare:

Martina hat gesagt…

OMG, wie schrecklich, liebe Dorrit!!!! Davor hatte ich immer Angst, als meine Mädels so klein waren. Es ist schön, dass du nun anderen Menschen hilfst, mit solchen Verlusten umzugehn. Aber natürlich ist es trotzdem jedes Jahr an diesen Tagen besonders schlimm für dich.
Alles Liebe!
Martina

stempeltissimo hat gesagt…

Hallo Martina
Danke für deine lieben Worte. Als meine Enkelkinder in den letzten 4 Jahren geboren wurde, ging auch mir diese Gefühl wieder durch Mark und Bein. Sie haben die Babyzeit behütet und beschützt erlebt.
Nur die Erlebnisse in unserer Familie gaben mir den Mut und Zuversicht mit anderen den Weg zu ghen. Gottes Liebe und Segen wird uns Alle immer wieder begleiten. Auch Dir und deiner Familie alles ,alles Liebe. Sei herzlich gegrüßt Dorrit

Birgit Schulz hat gesagt…

Meine Jungs sind jetzt auch schon 20 und 22 Jahre und mir ging deine Erinnerung durch Mark und Bein. Du hast das toll gemeistert und hast es irgendwie geschafft (auch dank deiner Familie) wieder in die Zukunft zu sehen. Egal wie viel Jahre auch noch vergehen werden. Diese wenigen Erinnerungsmomente sind die größten Schätze und bleiben dir für immer.
Toll, was du daraus gemacht hast.
LG
Birgit

stempeltissimo hat gesagt…

HAllo Brigitte
Danke für deine Worte, dein Trostzuspruch und deine Gedanken. Ich wünsche Dir von Herzen alles, alles Liebe und Gottes Segen für deine Familie. Eines der wichtigsten Güter die wir haben. Menschen die uns Lieben. Dorrit

theras kartenblog hat gesagt…

Herzlichen Dank für deine Worte.
Mich machen solche Dinge immer sehr traurig.
Ich glaube es ist das schlimmste, was einem passieren kann, wenn man sein Kind begraben muss...
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und von Herzen alles Gute.
LG Ilse (thera)